Studienplan für den Bachelorstudiengang "Sozioinformatik" an der TU Kaiserslautern

vom 01. 06. 2016




Neu in dieser Version:

  • Änderung der Spieltheorie - Entfall der Organisationspsychologie.




Inhaltsübersicht

1. Einleitung
2. Ziele des Studiengangs
3. Studienmodule und Vermittlungsformen
4. Dauer und Umfang des Studiengangs
5. Bachelorprüfung
6. Aufbau des Studiengangs
7. Studienverlaufsplan


1. Einleitung

Dieser Studienplan unterrichtet über Ziele, Struktur, Dauer, Umfang, Aufbau, Prüfung und die vorgesehenen Studienmodule des Bachelorstudiengangs „Sozioinformatik“. Er enthält auch einen Vorschlag für eine sinnvolle Abfolge der Studienmodule (Studienverlaufsplan). Ein Studienbeginn ist nur im Wintersemester möglich.


2. Ziele des Studiengangs

Der Bachelorstudiengang "Sozioinformatik" vermittelt seinen Studierenden grundlegende Fachkenntnisse und Fertigkeiten zur Spezifikation und Beurteilung von Softwaresystemen und zur Realisierung von Softwareentwicklungsprojekten unter besonderer Berücksichtigung des gesellschaftlichen Kontexts. Durch die Ausbildung im Schnittbereich der Informatik mit den Sozial- und Wirtschaftswissenschaften werden die Studierenden auf das nachfolgende Masterstudium der Sozioinformatik vorbereitet.

Mit einem erfolgreichen Bachelorabschluss sind die Absolventen des Studiengangs zu einer methodisch ausgerichteten Berufstätigkeit im Bereich der Sozioinformatik befähigt. Durch die hohen Anforderungen des Fachs an Erfahrungen bei der Entwicklung von Informatiksystemen wird von den Absolventen erwartet, dass sie sich durch entsprechende Einarbeitung im Betrieb („training on the job“) bzw. in einem Masterstudiengang weiter qualifizieren.

Im Studium steht die Vermittlung von wissenschaftlichen Methoden der Informatik im Vordergrund. Die notwendige Umsetzung der Methoden wird exemplarisch gelehrt. Erste Entwicklungserfahrungen, Teamarbeit und Berufsbefähigung werden durch Projektarbeit gewonnen.


3. Studienmodule und Vermittlungsformen

Studienmodule (kurz: Module) werden in Form von Vorlesungen, Übungen, Seminaren, Projekten und Hausarbeiten angeboten. Vorlesungen dienen der zusammenhängenden Darstellung und Vermittlung von Grundlagen, Aufbauwissen und Konzepten der Informatik. In Übungen wird die Anwendung des Vorlesungsstoffs anhand von selbständig zu lösenden Aufgaben erlernt und trainiert. Ziel eines Seminars bzw. einer Hausarbeit ist die Einarbeitung in ein wissenschaftliches Thema durch selbständiges Literaturstudium, das Anfertigen einer schriftlichen Ausarbeitung sowie die verständliche Präsentation des Themas unter Einsatz zuvor erlernter Präsentationstechniken (letzteres nur im Seminar). In Projekten werden umfangreichere Aufgabenstellungen in Teamarbeit bearbeitet.

Die Studienmodule haben ein in ECTS-Leistungspunkten angegebenes Gewicht, das ihrem Aufwand entspricht. Ein Leistungspunkt, abgekürzt LP, entspricht etwa 30 Arbeitsstunden. Darin enthalten sind Präsenzzeiten sowie Zeiten zur Vor- und Nachbereitung des Lehrstoffs, zur Lösung von Übungsaufgaben, zur Prüfungsvorbereitung und zur Erbringung der Prüfungsleistung.


4. Dauer und Umfang des Studiengangs

Die Regelstudienzeit bis zum Abschluss der Bachelorprüfung beträgt sechs Semester. Das Bachelorstudium umfasst Studienmodule und die Bachelorarbeit mit einem Gesamtumfang von 180 LP.


5. Bachelorprüfung

Die Bachelorprüfung setzt sich aus den studienbegleitenden Modulprüfungen und der Bachelorarbeit zusammen. Eine Modulprüfung besteht in der Regel aus einer Prüfungsleistung. Zusätzlich zur Modulprüfung müssen meist auch Studienleistungen erbracht werden, die nicht in die Modulnote eingehen. Einige wenige Studienleistungen sind Voraussetzung zur Anmeldung der Modulprüfung. Zu jedem Modul des Bachelorstudiengangs werden innerhalb eines Jahres zwei Prüfungstermine angeboten.

Um die Prüfungslast für die Studierenden zu reduzieren und trotzdem alle Studieninhalte abzuprüfen, wurden in der Regel zwei oder mehrere Lehrveranstaltungen zu einem Modul zusammengefasst. Hierbei ist meist die Abschlussprüfung einer Vorlesung die Modulprüfung, deren Note in das Zeugnis eingeht. Für die andere Vorlesung wird nur ein unbenoteter Leistungsnachweis (Schein) gefordert, der nicht zeugnisrelevant ist. Es handelt sich hierbei nicht um eine Prüfung im Sinne der Prüfungsordnung. Obwohl es auch hier ein Prüfungsereignis gibt, sind die Anforderungen geringer als bei einer Modulprüfung. Welche Vorlesung(en) eines Moduls zeugnisrelevant sind und für welche nur ein unbenoteter Leistungsnachweis gefordert wird, steht im Modulhandbuch. Zudem ist in der Modulbeschreibung vermerkt, ob ein Leistungsnachweis Voraussetzung für die Modulprüfung ist. Im Modul "Programmierung 2" wird beispielsweise für die Vorlesung "Algorithmen und Datenstrukturen" nur ein unbenoteter Leistungsnachweis gefordert, während die Abschlussprüfung zur Vorlesung "Softwareentwicklung 2" die Modulprüfung des Moduls ist und mit dem Gewicht des Moduls (hier: 14 ECTS-LP) in die Endnote eingeht. Der Schein zur "Algorithmen und Datenstrukturen" ist jedoch keine Voraussetzung zur Teilnahme an der Prüfung in "Softwareentwicklung 2".

Seminare werden auf der Basis der schriftlichen Ausarbeitung, der mündlichen Präsentation und der Beteiligung an der Diskussion beurteilt, Hausarbeiten nur auf der Basis der schriftlichen Ausarbeitung, Projekte aufgrund von erarbeiteten Lösungen und Testaten. Bei der Bachelorarbeit gehen das Ergebnis und die Ausarbeitung in die Bewertung ein. Ein notwendiges Abschlusskolloquium dient der Überprüfung der selbständigen Durchführung der Bachelorarbeit.


6. Aufbau des Studiengangs

Das Bachelorstudium ist in vier Blöcke gegliedert (s. Abb. 1). Die drei Blöcke „Informatik“, „Wirtschaft und Recht“ und „Gesellschaft“ umfassen grundlegende Lehrveranstaltungen der drei beteiligten Fachbereiche Informatik, Wirtschaftswissenschaften und Sozialwissenschaften und damit eine Auswahl aus deren zentralen Lehrangeboten. Der Block „Sozioinformatik“ enthält für den Studiengang „Sozioinformatik“ spezifische Vorlesungen, Hausarbeit und Projekt sowie einen Wahlpflichtteil mit einer eingeschränkten individuellen Wahl von Modulen.

Informatik
Was ist technisch machbar, wo gibt es ganz prinzipielle Grenzen? Im Block „Informatik“, der die Grundlagen des technischen Rahmens realisiert, beschäftigen sich die Lehrveranstaltungen mit der Softwareentwicklung und den technischen Gegebenheiten. Sie geben auch einen kleinen Einblick in die theoretischen Grundlagen der Informatik, soweit sie für diesen Bereich nötig sind. Hier geht es um große, oft auch verteilte Systeme, die den Menschen Zugang zu großen Datenmengen ermöglichen, z.B. Cloud Computing, Informationssysteme, service-orientierte Architekturen und Mobilität in verteilten Systemen.

Wirtschaft und Recht
Neue Softwaresysteme unterliegen wie alle anderen Produkte geltendem deutschen und internationalen Recht. So sind unter anderem Gewährleistung, geistiges Eigentum, oder Datenschutz auf rechtlicher Ebene geregelt. Viele Computersysteme werfen aber auch völlig neue Probleme auf, die bisher rechtlich unklar sind. Bei der Erstellung der Softwaresysteme spielen außerdem ökonomische Aspekte eine große Rolle.

Gesellschaft
Die Gesellschaft muss immer wieder zwischen dem Recht des Einzelnen und dem Nutzen für die Gesellschaft abwägen. Durch neue, computervermittelte Arten der Kommunikation und Vernetzung, aber auch durch Vereinfachung von Produktionswegen werden neue gesellschaftliche Fragen aufgeworfen. Mobbing, Aufrufe zur Lynchjustiz, Verabredung zum Aufstand, aber auch Sturz einer Diktatur, gemeinsames Arbeiten an Großprojekten: warum verhalten wir uns im Netz oftmals anders als im realen Leben? Diesen Aspekten widmen wir uns unter soziologischen und psychologischen Perspektiven.

Sozioinformatik
Der Block Sozioinformatik enthält die studiengangspezifischen Module und führt die Kenntnisse aus den Modulen der Grundlagenblöcke zusammen. Eine zentrale Rolle spielt das Projekt „Agile Methoden“.

Bachelorarbeit
Die Abschlussarbeit soll im Schnittbereich der Informatik und der Bereiche Wirtschaft und Gesellschaft liegen. Als individuelle Arbeit vertieft sie die im Projekt erworbenen Kompetenzen.

Studiengangstruktur

Abb. 1: Blockstruktur des Bachelorstudiengangs „Sozioinformatik“.

Studienmodule der Blöcke:

Informatik

Dieser Block enthält Module im Umfang von 59 LP:

Wirtschaft und Recht

Dieser Block enthält Module im Umfang von 40 LP:

Gesellschaft

Dieser Block enthält Module im Umfang von 21 LP:

Sozioinformatik

Dieser Block enthält Module im Umfang von 48 LP:


7. Studienverlaufsplan

Der Studienverlaufsplan enthält Empfehlungen für einen sachgerechten Aufbau des Studiums.
Die im Folgenden aufgeführte Tabelle (Studienverlaufplan) beschreibt, wie das Studium in der Regelstudienzeit von 6 Semestern bei einer gleichmäßigen Belastung über alle Semester hinweg durchgeführt werden kann. Es handelt sich hierbei um einen Beispielplan für Studierende, die sich ganztägig ihrem Studium widmen und die den Anforderungen eines Universitätsstudiums ohne größere Probleme folgenden können. Dieser Beispielplan ist keine verbindliche Vorgabe, sondern kann als Ausgangspunkt für die Erstellung des individuellen Studienverlaufsplans dienen. Dieser individuelle Plan kann insbesondere die vorhandenen Vorkenntnisse bzw. Defizite berücksichtigen (Vorziehen bzw. nach hinten Schieben von Lehrveranstaltungen). Hierfür ist unbedingt eine Studienberatung aufzusuchen.

Das Bachelorstudium kann nur zum Wintersemester aufgenommen werden.

Möglicher Studienverlaufsplan

Semester Informatik Wirtschaft und Recht Gesellschaft Sozioinformatik Bachelorarbeit ECTS-LP
1 INF-80-10-V-2 "Webbasierte Einführung in die Programmierung" (2V+2Ü; 5LP; de)   WIW-QMT-DST-M-1 "Statistik I" (2V+1Ü; 4LP; de)
WIW-BWL-GBWL-V-1 "Grundzüge der Betriebswirtschaftslehre" (3V+1Ü; 6LP; de)
INF-90-06-S-2 "Einführung in das Recht für Sozioinformatiker" (2S; 3LP; de)  
  INF-90-01-V-2 "Sozioinformatik in der Praxis" (1V; 2LP; de)
INF-90-07-V-2 "Einführung in die Sozioinformatik" (2V+1Ü; 4LP; de)
INF-83-05-M-2 "Freies Wahlfach Sozioinformatik" (; 4LP; de,en)  
  28LP  
2 INF-00-02-M-2 "Software-Entwicklung 2" (; 10LP; de)
INF-80-11-V-2 "Objektorientierte Programmierung" (2V+2Ü; 5LP; de)
INF-00-13-V-2 "Kommunikationssysteme" (2V+1Ü; 5LP; de)  
WIW-JUR-ZVR-V-1 "Zivilrecht" (4V; 6LP; de)     INF-30-12-L-3 "Projekt Agile Methoden 1" (2P; 4LP; de)   30LP  
3 INF-80-12-V-3 "Algorithmen und Datenstrukturen" (2V+1Ü; 4LP; de)
INF-00-16-V-2 "Projektmanagement" (3V+1Ü; 6LP; de)
INF-42-01-V-3 "Grundlagen der (Internet) Datensicherheit" (2V+1Ü; 4LP; de,en)  
WIW-VWL-SPT-V-1 "Spieltheorie" (3V+1Ü; 5LP; de)
WIW-JUR-GSR-V-1 "Gesellschaftsrecht" (2V; 3LP; de,en)  
  INF-00-31-V-3 "Web 2.0 Technologien 1 (Grundlagen und Techniken)" (2V+1Ü; 4LP; de)
INF-16-52-V-6 "Human Computer Interaction" (2V+1Ü; 4LP; de,en)  
30LP  
4 INF-00-12-V-2 "Informationssysteme" (4V+2Ü; 8LP; de)   WIW-VWL-MIK-V-1 "(Grundzüge der) Mikroökonomik" (2V+1Ü; 4LP; en)     INF-91-06-S-6 "Hausarbeit: Soziale und rechtliche Konsequenzen bei der Einführung eines IT-Systems" (2S; 4LP; de,en)
INF-00-32-V-3 "Web 2.0 Technologien 2 (Dienste, Sicherheit und Datenschutz)" (2V+1Ü; 4LP; de)
INF-71-01-L-4 "Projekt Agile Methoden 2 (Entwicklung von Web 2.0 Anwendungen)" (5P; 10LP; de,en)  
30LP  
5 INF-31-55-V-6 "Requirements Engineering" (2V+1Ü; 4LP; de,en)
INF-20-01-V-3 "Datenbanksysteme" (4V+2Ü; 8LP; de)  
WIW-INT-WGV-V-1 "Wirtschaften in gesellschaftlicher Verantwortung" (2V; 3LP; de)   SO-04-8.112-V-6 "Informatik und Gesellschaft" (2V; 4LP; de)
SO-09-2.1003-V-1 "Einführung in die Soziologie" (2V; 5LP; de)
SO-07-14.8009-V-2 "Arbeits- und Organisationspsychologie" (2V; 3LP; de)  
INF-57-21-V-6 "Analyse komplexer Netzwerke" (2V+1Ü; 4LP; de,en)   31LP  
6   WIW-BWL-AOF-M-1 "Arbeit, Organisation und Führung" (2V+2Ü; 6LP; de)   INF-01-13-S-4 "Seminar zu Informatik und Gesellschaft" (2S; 4LP; de)
SO-09-6.1006-V-6 "Soziologische Handlungs- und Entscheidungstheorie" (2V; 5LP; de)  
INF-57-03-V-3 "Diskrete Modelle komplexer Systeme" (2V+1Ü; 4LP; de)   INF-81-10-L-4 "Bachelor-Arbeit" (6P; 12LP; de,en)   31LP  
ECTS-LP 65 40 20 43 12 180

Möglicher zeitlicher Aufbau des Bachelorstudiengangs „Sozioinformatik“